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Ein Puzzle mit Lücken
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Viel ist es nicht, was vom Werk des Ennius erhalten geblieben ist. Das Wenige, was von anderen Autoren in Form von Ennius-Zitaten in deren eigenen Werken auf uns Heutige herab gekommen ist, ist lediglich ein Bruchteil dessen, was das schöpferische Wirken des Autors ausmachte. Die Fragmente bestehen teilweise nur aus einzelnen Sätzen oder Satzfetzen, manchmal aber auch aus etwas längeren Sinneinheiten. Dabei ist nicht zuletzt den Ennius- Kennern vom 16. Jh. an bis zur Gegenwart Respekt zu zollen, welche es unternommen haben, die überlieferten Puzzlestücke in die richtige Reihenfolge zu bringen. Herausgekommen ist ein sehr bruchstückhafter Überblick über das Gesamtwerk, welcher aber immerhin ein Gefühl dafür vermittelt, wieviel wir letztlich verloren haben. Ennius hat sich u.a. berufen gefühlt, den Glanz Roms in seinen Annalen zu erhöhen, griechische Tragödien und Komödien ins Lateinische zu übertragen, heroische Epen, Fabeln, Satiren und Mahnreden zu verfassen. Und noch etwas wird klar: auch Ennius hat das Rad nicht neu erfunden. Er hat im Gegenteil sich oft sehr genau an die griechischen Vorlagen gehalten, welche er übersetzte. Dennoch, oder gerade deswegen, hat er großen Anteil an der Übernahme des griechischen Kulturguts in die lateinische Welt. Wenn auch der Handlungskern von ihm übernommen wurde, so ist die Ausdruckskraft der Sprache seine eigene Leistung. Wäre diese Sprache nicht so wirkmächtig gewesen, wäre Ennius wohl kaum von anderen Autoren so gern zitiert oder auch nachgeahmt worden.
Eine Rezension von Phaidon
vom 28. März 2010 |