Für alle Fragen offen: Antworten zur Weltliteratur


 
Fragen und Antworten, Empfehlungen und Hinweise
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Für alle Fragen offen: Antworten zur Weltliteratur (Gebundene Ausgabe) Der Band »Für alle Fragen offen« versammelt Fragen und Antworten aus der Literaturkolumne »Fragen sie Reich-Ranicki«, die seit 2003 in der Sonntagsausgabe der FAZ erscheint. Die Auswahl erstreckt sich über dreieinhalb Jahre (2006 bis 2009) und umfasst etwa 85 Fragen von Lesern und Erwiderungen von Marcel Reich-Ranicki.

Sie sind von recht unterschiedlicher Natur: Manche Fragen sind rhetorisch und provokativ, hinter vielen Fragen steckt Wissbegier oder Neugierde, die wohl meisten aber zielen mehr oder weniger direkt auf die Meinung Reich-Ranickis zu einem bestimmten Werk oder Autor ab: »Wie beurteilen sie den Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann? Gibt es auch Romane Roths, die sie für misslungen halten? Was halten sie von Dickens, und welches Werk ist sein wichtigstes? Was halten sie von Verne?«

Die Antworten Reich-Ranickis sind von ganz unterschiedlicher Länge. Mal nur wenige Sätze, mal mehrere Seiten. Bei zahlreichen Erwiderungen lässt er auch eigene Erfahrungen und Anekdoten mit einfließen. Die Beiträge sind interessant zu lesen und sehr anregend, etliche Buchempfehlungen laden zum Herausschreiben und Lesen von Titeln ein. Sind die Antworten recht bündig und pointiert, fallen sie bisweilen aber etwas zu knapp aus oder weichen manchmal ein wenig von der Fragestellung ab. Ein Leser beispielsweise stellt sich als Freund Phantastischer Literatur vor und schwärmt von Jules Verne, Reich-Ranicki beantwortet zwar seine Frage, wenn auch etwas knapp und andeutungshaft. Aber über Jules Verne äußert er sich nicht direkt, wie das z.B. bei Karl May der Fall war. Auch äußert er sich nicht weiter zur Phantastischen Literatur oder schickt Empfehlungen hinterher. Das ist natürlich schade.
Dem Fragesteller oder den angesprochenen Autoren begegnet er immer mit Respekt. Dass etwas oder jemand in dem Buch »verrissen« wird, kann man ihm nicht vorwerfen.
Etwas enttäuschend ist meiner Meinung nach die Auswahl an Fragen. Es kommen nicht nur Werke der Weltliteratur zur Sprache, wie es der Untertitel des Buches etwas ungenau vorgibt, sondern in besonderem Umfang Werke der deutschsprachigen Literatur. Fragen zu Thomas Bernhard, Rolf Dieter Brinkmann, Wolf Biermann oder Gustav Freytag sind, bei allem Respekt, schlecht platziert in einem Buch, das »Antworten zur Weltliteratur« ankündigt. Dabei gäbe es noch eine Fülle geistreicher und interessanter Fragen: Wirft man einen Blick in das Archiv der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo sich etliche Beiträge kostenlos einsehen lassen, fällt auf, dass vieles Interessantes (und Interessanteres) aussortiert wurde. Natürlich kann man das Buch lesen, aber es ist dennoch ein wenig enttäuschend. Konzeptionell schränkt es die Auswahl sehr ein und übergeht viele tolle Beiträge von Reich-Ranickis Literaturkolumne.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 25. Oktober 2010
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3. Interessante Fragen an einen unbequemen Adressaten
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